EMMAUS Niesky stellt sich vor:

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EMMAUS Niesky

Herr, bleibe bei uns!

Die Geschichte des Diakonissenamtes reicht in die Zeit der ersten christlichen Gemeinden zurück. Mit dem Aufkommen der Klöster im 4. Jahrhundert übernahmen dann Nonnen und Mönche soziale Aufgaben. Damit verlor das Diakonissenamt an Bedeutung und geriet in Vergessenheit. 1836 begründeten Theodor und Friederike Fliedner die Mutterhausdiakonie und belebten damit das Diakonissenamt neu.

Die Diakonissenanstalt EMMAUS geht auf die Gründung durch den Theologen Dr. Hermann Plitt im Jahre 1866 zurück und versteht sich als Diakonissenwerk der Brüdergemeine. In verschiedenen sozialen Arbeitsfeldern brachten sich die Diakonissen ein.

Die Wurzeln der alten Brüder-Unität liegen im Böhmen des 14. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert wanderten die böhmischen Brüder aus ihrer Heimat aus und gründeten 1727 in Herrnhut die erneuerte Brüder-Unität.

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Ernst Herrmann Plitt

Als junger Theologiestudent lernte Herrmann Plitt die Arbeit von Pfarrer Theodor Fliedner kennen, der 1836 die weibliche Diakonie der evangelischen Kirche ins Leben rief. Dieser hatte in Kaiserswerth/ Düsseldorf als erster ein Mutterhaus gegründet, in dem Frauen für die Krankenpflege ausgebildet wurden. Sie konnten zu diesem Dienst überall, wohin man sie rief, eingesetzt werden. Das Mutterhaus blieb ihre Heimat und Zuflucht. Das inspirierte Herrmann Plitt zur Gründung des 1. Heinrichsstiftes in Gnadenfeld / Oberschlesien. Dieses wurde am 6. Mai 1866 eingeweiht und war der Beginn des Diakonissenwerkes in der Brüdergemeine.

In einem kleinen Häuschen mit bescheidenen Räumen und Mitteln waren die Schwestern Auguste Tichy und Luise Trespe unermüdlich um die kranken und alten Menschen bemüht. Sie gingen aber auch zur Pflege in die Häuser, wo Typhus und Cholera die Menschen befallen hatte.
Hermann Plitt schmiedete neue Pläne und berichtete den Gemeinden der Brüdergemeine und Freunden von seinem Vorhaben, eine Ausbildungsstätte für Diakonissen zu schaffen.

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2. Heinrichsstift

Schon 1870 wurde das 2. Heinrichsstift eingeweiht. Die Führung erfolgte durch die Schwestern Auguste Tichy und Luise Trespe. Erst 1876 trat Schwester Maria Schröder als dritte Schwester ein und es folgten ihr weitere. Mit dem Wachstum der Schwesternschaft wurde die Übernahme der Gemeindepflege und der Dienst in der Krankenstube des Nieskyer Pädagogiums möglich. 1880 wurde als erste Schwester Wilhelmine Bartels nach Jerusalem in die Aussätzigenpflege gerufen.

Ernst Herrmann Plitt erkrankt und tritt in den Ruhestand. Er zieht nach Cannstatt / Württemberg und übergibt die Leitung des Diakonissenwerkes an ein Comite unter W. Verbeek.

Der Beginn in Niesky: "Klein-Emmaus"

Herrmann Plitt kommt 1882 nach Niesky zurück und beginnt sein Werk neu.

1883 gründete er ein neues Mutterhaus mit dem Namen "Emmaus" in Niesky ("Klein-Emmaus", heute Robert-Koch-Str.4) Hermann Plitt wollte nicht in erster Linie ein Krankenhaus bauen, sondern ein Diakonissen-Mutterhaus, um "darin Probeschwestern für den Diakonissen-Beruf vorzubilden".

Er bekam 1884 ein Stück Feld als Bauland geschenkt und am 7.August 1885 wurde das neue Haus eingeweiht (später Siechenhaus für die Kreise Rothenburg und Hoyerswerda, heute Teil des Landratsamtes, Robert-Koch-Str.1). Mit Indienstnahme des Hauses wurde auch die erste Hausmutter, Schwester Franziska Volkmar (1885-1892), eingeführt.

Nun entfaltete sich das Werk stetig. In vier Jahren verdoppelte sich die Zahl der Schwestern auf 32 und Ende der 80er waren es schon 40 Schwestern, welche vor allem aus den verschiedenen Gemeinden der Herrnhuter Brüdergemeine kamen.

Am 11. Oktober 1893 wurde Rudolf Geller, Schwiegersohn von Herrmann Plitt, die Leitung des Werkes übertragen, während Herrmann Plitt Ehrenpräses des Kuratoriums blieb.

Rudolf Geller kaufte 1899 am Westrand von Niesky ein Grundstück (damals noch freies Feld). Hier sollte ein großzügiger Bau als Kranken- und Diakonissenhaus entstehen, was manchem Nieskyer viel zu groß erschien.

Am 15. Dezember konnte Richtfest gefeiert werden. Ein knappes Jahr später waren Haus und Innenausbau fertig, so dass am 15. November 1900, an Rudolf Gellers 50. Geburtstag, die Einweihung gefeiert werden konnte.

Herrmann Plitt konnte mit 79 Jahren, noch in einem Rollstuhl, an der Feier teilnehmen. Wenige Tage nach der Einweihung von Emmaus rief Gott Ernst Herrmann Plitt, den Gründer und Stifter des Werkes, zu sich.

Theodor Schmidt

"Willst du nicht mein Nachfolger werden?", hatte Rudolf Geller 1913 seinen Amtsbruder Theodor Schmidt gefragt, der als Prediger der Brüdergemeinde in der Schweiz wirkte. Dieser nahm die Berufung an und wurde der neue Emmaus- Vorsteher.

Gott fügte es, das Theodor Schmidt 1919 in der Oberin Gertrud Padel eine besonders begabte Seelsorgerin zur Seite bekam und diese übernahm das Amt der Oberin für die folgenden 17 Jahre. Vieles wurde in der Zusammenarbeit von Schwester Gertrud und Theodor Schmidt neu eingerichtet oder verbessert. Das wichtigste und umfassendste Vorhaben bestand 1929 in dem Erwerb und Umbau des Hauses Bautzener Straße 21.

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Haus Plitt

Am 1.Februar 1929 begannen die Bauarbeiten und bereits am 14.Juni 1929 konnte Richtfest gefeiert werden. So wurde nunmehr das insgesamt sechste Mutterhaus eingeweiht. Es erhielt den Namen des Gründers "Plitt". Noch im November konnten die Schwestern umziehen.

Das Erdgeschoss beherbergte den Speisesaal und den großen Raum, welcher einlud zu allen Festen, wie Oster- und Adventsfrühstück, zu Weihnachts- oder Silvesterfeiern oder aber auch zu Sommerfest, Hauskonzert oder Geburtstagsfeiern.
Der 1.Stock bot Platz für die Amtszimmer von Oberin und Vorsteher, dazu auch für Gäste und einige, meist ältere Schwestern. Den jungen Schwestern diente der 2. Stock als Wohn- und Unterrichtsbereicht.

Schwester Gertrud Padel

Schwester Gertrud Padel musste sich durch Krankheit und Alter nach einer Nachfolgerin umschauen, und so übertrug man Schwester Maria Wurr im März 1936 das Amt der Oberin.

Auch der 70jährige Theodor Schmidt sah sich nach einem Nachfolger um und fand ihn 1940 in Walter Marx. Dieser jedoch musste 1943 an die Front und fiel 1944 an der Ostfront. So übernahm Theodor Schmidt wieder sein altes Amt als Vorsteher von Emmaus.

Als im Februar 1945 Emmaus evakuiert wurde, fanden die 287 kranken und alten Menschen, Säuglinge, Mitarbeiter und Schwestern in Ebersdorf/ Thüringen Aufnahme und Zuflucht.

In der Zeit gehen Gnadenfeld und die schlesischen Dienstorte verloren. 1946 kehrt "Emmaus" wieder in das schwer zerstörte Niesky zurück, die schlimmsten Schäden wurden behoben. Die Säuglings- und Kleinkinderarbeit bleibt in Ebersdorf und ein Altenheim "Emmaus" wird in Ebersdorf eröffnet.

Die Villa "Dalen", das ehemalige Altenpflegeheim "Abendfrieden"

1920/21 erwirbt Emmaus in Niesky die "Dalen-Villa", später das Diel'sche Haus und konnte so viel mehr ältere Menschen aufnehmen. Dazu kam das Siem'sche Haus (Bautzener Straße 30) welches auch als Altenheim genutzt wurde. Es erhielt den Namen "Abendruhe" und hat 27 Jahre lang vielen alten und pflegebedürftigen Menschen Frieden und Geborgenheit gewährt. 1980 zog für kurze Zeit die Kinderstube die in dieses Haus. Diese Vorschularbeit war ein Angebot für Mitarbeiterkinder.

Paul Fabricius

Für den Vorstand wird als Nachfolger von Walter Marx - Paul Fabricius nach Niesky berufen. Theodor Schmidt tritt zum zweiten Mal in den wohlverdienten Ruhestand, bleibt aber für Schwester Maria Wurr und Vorsteher Fabricius eine große Hilfe, denen er noch viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite stand. In den 27 Jahren der Amtzeit von Paul Fabricius bis 1974 ist mit den gegebenen Mitteln und Möglichkeiten viel in Emmaus gebaut, erweitert und renoviert worden.

1970 übernahm Schwester Rosemarie Thümmel das Amt der Oberin und löste somit Schwester Maria Wurr ab.

Als Paul Fabricius 1974 in den Ruhestand ging, berief man Christian Müller zu seinem Nachfolger. Dieser hatte aber nur fünf Jahre dieses Vorsteher-Amt inne, denn dann wurde er 1980 hauptamtlich in die Herrnhuter Direktion der Brüder-Unität gewählt.

Nachfolger wurde Karl-Eugen Langerfeld, seine Frau übernahm als Pfarrerin das Amt der Krankenhaus-Seelsorgerin. Beide brachten sich von Anfang an in die christliche Gemeinschaft von Emmaus ein und engagierten sich rege für Beziehungen und Zusammenarbeit mit tschechischen Brüdergemeinden.

Als Karl-Eugen Langerfeld 1989 aus dem Amt schied, wurde Christian Garve zum Emmaus-Vorsteher berufen, der schon seit 1987 als stellvertretender Vorsteher im Haus war.

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Mutterhaus "Emmaus"

In Vorbereitung auf den Neubau eines Krankenhauses riss man 1994 die Baracken "Heidehaus" und "Abendsonne" ab.

1995 erfolgte dann die Einweihung des neuen Krankenhauses.

1993 wird das neue Mutterhaus in Niesky eingeweiht.
Im gleichen Jahr konnte die neue Zentralküche mit der Cafeteria ihrer Nutzung übergeben werden.

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Haus "Waldheim"

1996 konnte das Haus "Waldheim" für Physiotherapie, Labor und Bereitschaftszimmer umgebaut werden. Die neue Kapelle wurde eingeweiht. In diesem Jahr übernahm Emmaus die Ausbildungsstätte für sozial benachteiligte bzw. lernbehinderte Jugendliche "Haus am Wege" in Rietschen

Die Übernahme der Ebersdorfer und Friesauer Kindertagesstätten und der Evangelischen Fachschule für Altenpflege in Bautzen erfolgte 1997.

2001 erhielt das Krankenhaus den Titel: Gesundheitsförderndes Krankenhaus verliehen. Diese Zertifizierung bewertete medizinische, ökologische und mitarbeiterbezogene Kriterien.

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Altenpflegeheim "Abendfrieden"

2001 war es soweit, dass die Einweihung des neuen Altenpflegeheimes " Abendfrieden" erfolgen konnte.
Das ehemalige Krankenhaus war völlig saniert worden, ein angefügter Spiegelbau war fertiggestellt worden und die Bewohner der alten Häuser "Abendfrieden", "Zinzendorfheim" und "Heideland" in See zogen in das neue Haus mit dem neuen – alten Namen Abendfrieden.

Im Jahr 2002 gibt Emmaus die Trägerschaft der Ebersdorfer Filiale an den dort ansässigen diakonischen Träger Christopherushof ab.

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Die neue Kindertagesstätte "Samenkorn"

Von 2002 bis 2003 entsteht auf dem großen parkähnlichem Nieskyer Kindergartengelände eine neue Kindertagesstätte für 84 Kinder, die am 28.11.2003 feierlich übergeben werden kann.

2001 übertrug das Kuratorium die Vorstandsverantwortung in die Hände von Siegfried Ziegler und Schwester Sonja Rönsch. Der Kaufmann Siegfried Ziegler hatte gleichzeitig die kaufmännische Geschäftsführung dreier weiterer sächsischer diakonischer Einrichtungen inne.
Im September 2003 wurde Johannes Welschen als Theologischer Leiter (Vorsteher) in sein Amt eingeführt, welches er bis November 2010 ausübte.
Von Dezember 2004 bis September 2015 hatte Dr. Matthias Schröter die Funktion des Kaufmännischen Vorstandes inne.

Die Trägerschaft des Krankenhauses wird zum 01. Januar 2015 auf den Ev.- Luth. Diakonissenanstalt Dresden e.V. übertragen.

Von März 2015 bis Juni 2016 beruft das Kuratorium Frau Christa Simon zum Kaufmännischen Vorstand.
Derzeit liegt die Vorstandsverantwortung bei der Oberin Schw. Sonja Rönsch.

 

Diakonissenanstalt EMMAUS - Niesky in Sachsen